Gedanken, Kategorien, Leben mit Hund
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Wenn alle schauen…leben mit Vorurteilen

Die junge Frau, die mit den zwei Hunden an der Straße entlang schlendert. Der eine trägt einen Maulkorb, der andere bellt sofort, zumindest meistens. Fremde Menschen werden missmutig beäugt – von den Hunden, nicht von der Frau. Um Kinder wird ein weiter Bogen gegangen. Verständnis sucht die junge Frau meist vergebens. Sie wurde schon beschimpft, angeschrien und belehrt. Stell Dir vor und trotzdem kann sie noch mit erhobenem Kopf durch die Straßen gehen. Wieso ich Dir das erzähle und woher ich das weis?

Kieswerk2

Ganz einfach – die junge Frau bin ich.

Was habe ich nicht schon alles für Reaktionen bekommen, wenn ich mit Lemmy und Iggy spazieren war. Unverständnis für den Maulkorb den Lemmy trägt oder wieso die „armen“ Hunde immer an der Schleppleine laufen müssen. Ebenfalls wenig Verständnis dafür, dass ich an der kurzen Leine keinen Kontakt zu anderen und dann auch noch meist mir unbekannten Hunden will. Ich habe mir stundenlange (gefühlt) Vorträge darüber anhören dürfen, wieso ich die schlechteste Hundehalterin auf der Welt sei und das ich ja eh noch viel zu jung und verantwortungslos für einen Hund oder sogar zwei sei.

Interessanterweise kannten mich diese Menschen nie persönlich, meistens haben sie mich nur einmal gesehen und sich sofort ein Urteil über mich, mein Leben und sonstigen persönlichen Dingen erlaubt.

Wieso fällt es vielen nur so leicht über andere zu urteilen?

Ist werten so viel leichter, als sich mit dem Menschen auseinander zusetzen und zu verstehen, wieso er so handelt? Liegt es daran? Oder liegt es daran, dass die Menschen sich einfach besser fühlen, wenn sie Fehler bei anderen finden?

Können wir uns es wirklich einfach so erlauben über Menschen zu urteilen?

Ich muss gestehen, ich habe früher auch schnell geurteilt. Da war das super übertrieben geschminkte Mädchen, das muss einfach doof sein oder der Kerl der immer alleine rumhängt, der muss ein totaler Nerd sein. Im laufe der Zeit und durch meine Arbeit in einer Bar, durch die ich wahnsinnig unterschiedliche Leute getroffen habe, hat sich meine Sichtweise geändert.

Du glaubst gar nicht, wie viel man als Servicekraft in einer Bar erfährt. Wie nah man an den Menschen ran kommt, der sonst so unnahbar erschien. Ich habe tolle Menschen kennen gelernt und hinter ihre Fassaden schauen dürfen. Seit dieser Zeit erlaube ich mir keine Vorurteile mehr, denn hinter einem Gesicht steckt so viel mehr.

lemmy_augen_anna

Da stellt sich das übertrieben geschminkte Mädchen, als total schüchtern und super intelligent heraus und der Nerd ist einfach niemand der gerne unter vielen Menschen ist, er zieht ein gutes Gespräch mit einem einzigen vor. So kann man sich täuschen.

Vielleicht kann man sich durch Vorurteile sogar tolle Freundschaften verbauen, denn wenn wir etwas falschen über den Menschen denken, dann wollen wir ihn vielleicht gar nicht kennen lernen.

Hund_Maulkorb

Ich habe gelernt mit den Vorurteilen über mich und meine Hunden umzugehen. Böse Worte lasse ich an mir abprallen, denn wenn die Menschen, die das sagen, wüssten was meine zwei Fellnasen durchgemacht haben, dann würden sie nicht so reden. Wenn jemand wirklich etwas über mich und meine Hunde erfahren will, dann stehe ich gerne Rede und Antwort. Ich sage ja auch nicht, dass meine Erziehungsmethode die Einzige ist und ich lasse mich immer gerne von anderen inspirieren.

Denk mal darüber nach, vielleicht machst Du es auch unterbewusst. Versuche über deinen Schatten zu springen und spreche Personen an, vielleicht lernst Du so neue, wahnsinnig interessante Persönlichkeiten kennen!

 

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Kategorie: Gedanken, Kategorien, Leben mit Hund

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Ich bin ein kreativer Chaot, liebe das Schreiben, aber noch mehr die gemeinsame Zeit mit meinen Hunden. Da meine beiden Hunden alles andere als leicht sind - jeder auf seine ganz persönliche Art - wollte ich mit Canistecture einen Ort schaffen an dem ich alle Seiten des Hundehalterlebens zeige. Die Schönen, genauso wie die weniger schönen. Genau diesen Ort habe ich mit Canistecture geschaffen.

11 Kommentare

  1. Hallo Anna,
    das mit den Vorurteilen ist so eine Sache… irgendwie sitzt dieser Mechanismus tief. Was dagegen hilft ist in Kontakt gehen mit dem „Unbekannten“. In meinem FSJ in einer Förderschule, später im Studium und heute in meiner Arbeit mit Hartz 4-Empfängern bin ich immer wieder gefordert, offen auf Menschen zuzugehen und es ist so spannend, welche schönen Erfahrungen es einem bringt.
    Wenn du mit Hund unterwegs bist und dann auch noch an der Leine oder mit Maulkorb, dann fällst du auf und schnell haben sich die Menschen eine Meinung gebildet. Das ist oft hart. Auf der anderen Seite macht dein Vorangehen anderen Mut, ebenfalls einen unkonventionellen Weg zu gehen und das erhobenen Hauptes :-) Vielen Dank für diesen schönen Artikel!

  2. Hey Anna,
    ja das kennen wir auch !!
    Bei uns heißt es dann nur: Oh, da kommt sie wieder – das junge Mädchen mit den zwei Jagdhunden !!!
    Die hören ja 1 A und müssen auch immer das tun was Frauchen will. Spiel und Spaß kennen die zwei nicht – da wird parriert !

    Und wie lange sie immer auf dem Feld ist – Stunden !
    Was ist schon Longieren ? Wofür soll das bloß gut sein ?
    Lächerlich !!

    Ach, erhrlich gesagt ist es mir wurscht was Leute über mich sagen und denken.
    Aber spontanen Kontakt brauche ich auch nicht.
    Leben und leben lassen ist meine Meinung.

    Wer seind Leben mit Hund ändern will oder positiv verstärken will darf das gerne tun – aber leider gibt es immer mehr (in meinen Augen) doofe Hundebesitzer die nur mit dem Hund aufs Feld gehen, ihn rennen, jagen etc. lassen und dann wieder heimgehen !
    OHJA – das macht einen glücklichen Hund aus.

  3. Vielen Dank für diesen tollen Artikel, der mir aus der Seele spricht, sowohl im Bezug auf die Hunde als auch Menschen. Ich habe zwei Hunde, die zwar lieb sind, aber beide bellen wenn andere Hunde kommen oder meine Kleine auch Menschen anbellt, alles nur an der Leine… Meine Kleine hat ne grosse Klappe aber nix dahinter. Mit ihren 5 kg kann (und war es auch schon) das aber gefährlich sein in der Konfrontation mit anderen Hunden, daher leine ich sie an. Wenn ich die Hunde kenne und weiß dass sie sozial reagieren, darf sie auch ohne. Aber dafür und fürs klaeffen und knurren an der leine gibt’s oft boese Blicke, manchmal aucg fürs reglementieren. Auch wenn es mir mittlerweile fast egal ist, ist es einfach nicht schön und oft wuerde ich mir wuenschen dass einfach mal nachgefragt wird. Dass meine beiden keine Lust haben mit anderen Hunden zu spielen – geht auch nicht. Aber wieso ist das so wichtig? Die leben in nem Rudel, spielen miteinander bzw mit den anderen 4 Hunden innerhalb der Familie. Naja, jetzt ist der Kommentar ein halber Roman geworden und ich koennte endlos weiterschreiben… Kurzum, vielen vielen Dank!

  4. Frauchen von Chichi sagt

    Liebe Anna

    ja über andere urteilen ist wahnsinnig einfach und leider sehr gängig. Aus meiner Erfahrung heraus hat es damit zu tun, dass Menschen sich generell mit den (angeblichen) „Fehlern“ anderer gerne von sich selbst und ihrer Unzufriedenheit ablenken. Das ist für mich die Kernaussage und diese wird jedes mal bestätigt, wenn ich dieser Situation begegne. Die neue Devise heisst: mit den Finger auf den anderen zeigen. Es ist egal wo, überall begegne ich diesem Muster.
    Toleranz – im ursprünglichen Sinne – ist absolut verloren gegangen.

    Ich finde es sehr wichtig was du mit deinem Beitrag ausgedrückt hast: bleib offen, schau mit offenen Augen ins Leben, oft verkennt man sein Gegenüber so sehr und verpasst so die Möglichkeit einen richtig lieben Menschen kennen zu lernen. Weil er/sie anders aussieht und / oder sich benimmt.

    Durch meine Fitnesskurse habe ich auch die beste Chance neue Leute kennen zu lernen und mache auch sehr schöne Erfahrungen. Und falls jemand die Mundwinkel nach unten hat – ändert sich das meistens, wenn man ein wenig den Affen macht. Ich habe so viele Möglichkeiten selbst zu entscheiden was passiert – und dabei schalte ich absolut Blicke / Bemerkungen etc anderer aus – geht niemand an wen ich anspreche und mit wem ich zu tun habe.

    Vor allem nicht wie ich mit meinem Hund umgehe. Wir kennen unserer Hund am besten und wissen, was gut / schlecht ist. Meistens jedenfalls. Ich habe eine 18 Monate alte Hündin die gerade einen Feinschliff in Sachen Disziplin braucht. Mit doch egal wenn jeder denkt, wenn wir immer mit der langen Leine auf der Spielwiese gehen – das arme Ding will doch nur spielen. Zum Glück ist sie so sozial dass trotz Leine spielen kann – also geht doch !

    Euch alles liebe und weiter so, LG

  5. Wir reihen uns da ein!!!! Über mich gibt es nur Vorurteile hier im Dorf!! die mit dem großen Hund, den kann sie nie halten, der ist sooo lange alleine,… bla bla blub

    Liebe Grüße Vicky

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  8. Ein sehr schöner Artikel. Auch ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich ab und an noch Vorurteile habe, obwohl es sich durch meine Arbeit auch schon erheblich gebessert hat. Und das, obwohl wir selbst ständig mit Vorurteilen über unseren Beagle zu kämpfen haben. Teilweise von Menschen die weder uns, noch Timmy kennen :-( Manchmal fällt es mir schwer, den Kopf hoch zu halten, wenn ich wieder beleidigt werde, weil auch er nur an der Schlepp laufen kann oder weil ich nicht möchte, dass fremde Männer und Kinder ihn anfassen sollen.
    Deine Artikel sind wirklich super und machen tatsächlich Mut, den Kopf endlich wieder zu erheben. Danke.
    Hab einen schönen Abend.

    Liebe Grüße von Timmy und uns Zweibeinern

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