Gedanken, Leben mit Hund
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Lasst uns doch bitte einfach etwas Platz

Lasst uns doch bitte einfach etwas Platz

Schließt doch mal die Augen und stellt euch vor, dass ihr auf einem relativ schmalen Weg unterwegs seid. Dieser Weg ist rechts und links von hohen Feldern umgeben. Vor euch, in gleicher Richtung gehend, seht ihr eine Person mit zwei Hunden. Ihr merkt, dass ihr, wenn ihr in eurem Tempo weiterlaufen werden, die Frau früher oder später überholen werdet. Kein Problem. Aber plötzlich dreht sich die Person um. Ihr merkt, dass irgendetwas nicht stimmt, sie wird schneller. Sie schaut sich immer wieder um und ihr seht auch, dass sie einen Ausweg aus dieser Situation sucht. Was macht ihr? Wenn ihr selber mit einem Tier (Hund, Pferd oder von mir auch Katze) unterwegs seid und wirklich dieser Person helfen wollt, dann schaut doch, ob es für euch einen anderen Weg gibt, vielleicht könnt ihr ja irgendwo abbiegen und müsst dieser Person nicht die ganze Zeit folgen. Wenn ihr der Person etwas helfen wollt, dann haltet doch einfach den gleichen Abstand ein, lasst ihr und den Hunden etwas Raum, ein bisschen Platz, irgendwann werden sich eure Wege schon trennen.

Tja und was bewegt mich dazu, dass hier zu schreiben?

Ich war heute unterwegs. Ich war auf einem relativ schmalen Weg unterwegs. Dieser Weg war recht uns links von hohen Feldern umgeben. Und ich habe zwei Hunde. Kommt euch bekannt vor?

Hund rennt dog canistecture

Hinter mir war eine Reiterin. Also zu erst war sie vor mir, sie ist immer weiter auf mich zu geritten und da mir keine andere Möglichkeit blieb – ihr schon, sie hätte zu diesem Zeitpunkt schon 3 Mal anders abbiegen können – habe ich mich halt umgedreht, in der Hoffnung an der nächsten Kreuzung abbiegen zu können. An der nächsten Kreuzung bin ich also abgebogen und wisst ihr was passiert ist, dieser Reiterin ist genauso abgebogen.

Mal kurz zum Mitschreiben: DAS IST SCHEIßE!

Schon wenn man einen „normalen“ Hund hat, dann wäre es auf diesem engen Weg wirklich für alle Beteiligten und ich denke dabei nicht nur an den Hund, sondern auch an der Pferd, unangenehm und sehr eng geworden.

Aber was ist danach passiert?

Anstatt, dass diese Reiterin auf Abstand bleibt, kommt sie immer näher. Die Hunde wurden immer aufgeregter und noch was. ES IST RICHTIG BESCHISSEN, WENN MAN SEINE HUNDE FAST HINTER SICH HERSCHLEIFEN MUSS, nur weil irgendwer meint seinen Dickschädel durchsetzen zu müssen.

Ich, als Person, die vorne ging, kann halt einfach nicht in den Kopf der Person hinter mir schauen, also ist meine einzige Möglichkeit abzubiegen und so hoffentlich aus dem Weg zu gehen, denn den meisten Hundehaltern mit schwierigen Hunden geht es wie mir. Wir – ich bezeichne uns jetzt mal als Gruppe, der Einfachheit wegen – wollen niemandem auf den Keks gehen. Wir wollen nicht, dass unsere Hunde andere Hunde oder Menschen verletzen und wir wollen nicht, dass unsere Hunde jemanden oder etwas anbellen. Wir wollen unsere Hunde schützen und wir wollen die Umwelt vor unseren Hunden schützen. Das kann funktionieren, aber nur, wenn die Umwelt uns nicht dauernd Knüppel mit Karacho zwischen die Beine werfen würde.

Da gibt es zum Beispiel solche Personen wie die Reiterin, die so nahe kommen, dass ich keine andere Möglichkeit sah als ins Feld auszuweichen. Diese Ausweichaktion gefällt weder dem Bauern – vollkommen verständlich! – noch mir oder den Hunden und auch das Pferd sah bei dieser Aktion alles andere als glücklich aus, so musste es doch an zwei ausrastenden Hunden vorbei.

sitzender Hund Text "Rücksicht ist keine Einbahnstraße"

Dann gibt es aber auch Radfahrer, die so eng an einem vorbei fahren und man kaum die Möglichkeit hat, seinen Hund festzuhalten ohne ihm oder sich dabei vielleicht weh zutun. Oder es gibt die Spaziergänger, die es super lustig finden (Hinweis: Es ist NICHT lustig) den Hund anzubellen oder anzupfeifen oder anzusprechen, wenn er eh schon wie ein Berserker in der Leine hängt.

Oder es gibt die Kinder, die es von ihren Eltern einfach nicht vorgelebt bekommen haben, die dann mit offenen Armen auf einen Hund zu rennen und eigentlich nur kindlich lieb sein möchten. Das ist aber für die meisten Hunde und da muss der Hund gar nicht so einen „Schatten haben“ wie meine zwei, einfach super unangenehm und angsteinflößen.

Deshalb die Bitte, lasst uns Platz. Räumt uns den Platz auf Wegen ein und gebt ihn uns in der Gesellschaft.

Wir – ich fasse hier wieder alle Hundehalter (besonders die mit besonderen Hunden) zusammen – wollen niemandem auf den Keks gehen, wir nehmen so viel Rücksicht (ok nicht alle, es gibt immer negativ Beispiele, aber die gehen auch uns Hundehalter auf den Keks) wie es uns möglich ist, aber bitte gebt uns doch diesen Raum und wenn ihr merkt, dass die Person vor euch verzweifelt versucht weg von euch zu kommen, dann werdet langsamer, dreht um oder lauft einen anderen Weg, wenn es euch möglich ist. Dass ist dann nicht nur für Euch angenehmer, sondern vor allem die Person und die Hunde da vorne werden es euch danken.

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Kategorie: Gedanken, Leben mit Hund

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Ich bin ein kreativer Chaot, liebe das Schreiben, aber noch mehr die gemeinsame Zeit mit meinen Hunden. Da meine beiden Hunden alles andere als leicht sind - jeder auf seine ganz persönliche Art - wollte ich mit Canistecture einen Ort schaffen an dem ich alle Seiten des Hundehalterlebens zeige. Die Schönen, genauso wie die weniger schönen. Genau diesen Ort habe ich mit Canistecture geschaffen.

9 Kommentare

  1. Steffi sagt

    Liebe Anna,
    ich kann dich so gut verstehen und nachvollziehen, wie es sich anfühlt, wenn man verfolgt wird. Boerne hasst es, wenn jemand hinter uns geht. Er bellt oder knurrt nicht, aber er ist ängstlich, versucht sich zu verstecken oder bleibt einfach stehen, bis die Verfolger uns überholt haben. Dabei ist es in unserem Fall zum Glück egal, wie schmal der Weg ist. So kommt es dann schonmal vor, dass ich einfach mit Boerne warte, bis Hund und Halter an uns vorbeigehen. Hat dieser Hund allerdings Probleme mit anderen Hunden, bekomme ich auch gerne mal böse Blicke oder Kommentare, weil ich auf dem engen Weg einfach stehen bleibe. ;-) Ja man kann es nicht allen recht machen.

    Je nachdem wo wir unterwegs sind, wäre es allerdings in unserem Fall nicht immer möglich, spontan den Weg zu ändern. Denn im Normalfall haben wir ja ein Ziel vor Augen, manchmal auch Zeitdruck und so kommt ein Umweg dann nicht in Frage. Dann bleibt aber immer noch die Möglichkeit, sich mit dem anderen Hundehalter abzusprechen und evtl. mit viel Abstand aneinander vorbei zu gehen.

    Boerne wurde natürlich auch schon von Menschen (eigentlich nur Männern) angebellt. Wie man nur auf die Idee kommen kann, weiß ich nicht, aber naja er hat es verkraftet, aber unangenehm ist es auf jeden Fall.

    Fremden Kindern verbiete ich grundsätzlich meinen Hund anzufassen. Er kennt das nicht und auch wenn ich weiß, dass er nichts machen würde, möchte ich ihn einfach nicht in eine unangenehme Situation bringen.

    Die Reiter bei uns in der Gegend muss ich allerdings loben. Diese sind hier immer sehr rücksichtsvoll, passen gut auf und wenn sie Hunde sehen, weichen sie aus oder stellen sich inkl. Pferd so an den Rand, dass wir gut vorbeikommen. Von einem Pferd verfolgt zu werden, fände ich auch ohne Hund an der Leine schon unangenehm.

    Radfahrer dagegen sind hier mehr als rücksichtslos (die meisten jedenfalls). Die klingeln nicht, kündigen sich nicht an und rasen dann an uns vorbei. Da gab es schon die ein oder andere ziemlich knappe Situation. Ich habe mir angewöhnt, immer mittig auf dem Weg zu laufen, damit sie nicht ohne zu klingeln an uns vorbeikommen können. Das hilft ein bisschen, denn manche machen sich dann trotzdem nur durch eine Vollbremsung bemerkbar und dann erschreckt sich nicht nur mein Hund.

    Liebe Grüße
    Steffi

    • Anna sagt

      Hallo Steffi, den Weg zu ändern ist natürlich nicht immer möglich, da hast du vollkommen Recht, aber hier bei uns kann man echt alle paar hundert Meter abbiegen und ist somit ziemlich flexibel, deshalb empfand ich es als so unglaublich störend, dass diese Reiterin einfach stur uns hinterher geritten ist. Absprachen sind natürlich super, aber mit meinen zwei würde das zum Beispiel kaum gehen, aus dem Grund, dass weder ich den anderen noch der andere mich verstehen würde *Lärmbelästigung und so ;-)*
      Da hast du mit den Reitern in deiner Gegend ja echt Glück. Wir haben hier leider ziemlich viele rücksichtslose Reiter und das nicht nur anderen Hundehaltern gegenüber, sondern zum Beispiel auch Autofahrern gegenüber. Du kannst es dir nicht vorstellen. Die Reiten auf einer Bundesstraße einfach zu dritt nebeneinander. Oder lassen die Pferdeäpfel im Hochsommer im Dorf schön vor den Haustüren liegen. Da bin ich oftmals ziemlich Kopf-schüttelnd unterwegs.

      Dieses Problem mit den Radfahrern hört man ja von vielen, ob mit oder ohne Hund, und irgendwie verstehe ich es nicht, wieso, wenn man einen Drahtesel unter seinem Hinter hat sich plötzlich für etwas wichtigeres hält…

      Liebste Grüße und einen hoffentlich Radfahrer-freien-Tag
      Anna

  2. Kim Kyra Lüders sagt

    Heute morgen erst genauso erlebt mit meiner, etwas speziellen Hündin ,aus dem TS. Selbstverständlich haben wir trainiert, umlenken auf Umorientierungssignal, dann den Fleischwursttückchen folgend, in die andere Richtung rennen, Klappt super, WENN man uns denn dann die Möglichkeit dazu gibt. Freilaufender Hund, Herrchen gelassen hinten dran, wir suchen einen Ausweg, er sieht dies , mehr als deutlich, kein Ausweg möglich. Wir gehen verzweifelt den Weg zurück, er wird schneller, leint seinen Hund auch nicht an. Endlich zu Hause, vor der Haustür, kommt der gleiche Mann mit seinem Hund, gibt uns keine Zeit auch nur zur Haustüre hinein zu kommen. Im Gegenteil. Meine Alma hing keifend in der Leine, nein sie war nicht immer so, sie wurde so zurecht gebissen, von freilaufenden Hunden, und ich musst sie hinter mir herschleifen. IN der Wohnungstür stand mein Rottweiler, der Alma bellen hörtem und wissen wollte, was los ist. Ja, ich gehe getrennt, damit ich beiden gerecht werden kann, eben auf Grund von Almas Angstaggressionen. Also einen Hund hinterhergezogen in die Wohnung, den anderen hineingeschoben. Der „nette“ Herr ging gemächlich seines Weges, ganz egal, wie es mir, und meiner Hündin damit ging. Und ja, wir weichen aus, Radfahrern, Joggern, Kindern, Fußgängern, einfach aus Anstand, und weil es Menschen gibt, die Angst vor Hunden haben, stellen uns auf die Seite, laufen Bögen, leinen an, wenn andere Hunde in , noch relativ weiter, Sichtweise sind. Was , zum Kuckuck , ist so schwer, jemand anderem mit Rücksicht zu begegnen? Selbiger Herr ist Tourist, und geriet letztes Jahr schon mit mir aneinander, da er, auf meine Bitte hin , seinen Hund doch von meinen abzurufen, und anzuleinen, antwortete:“ Nur weil Ihr Hund ein Problem hat, leine ich meinen nicht an!“. Herzlichen Dank auch. Es ist so niederschmetternd zeitweise, und frustrierend, das ich es nicht in Worte fassen kann.

    • Anna sagt

      Ich fühle sooooo mit dir!!! Mir geht eben genau das auf den Keks, dass wir als Hundehalter mit speziellen Hunden eben gefühlt überall Augen und Ohren haben, weil man möchte ja auch nicht, dass sein Hund jede paar Meter wegen irgendetwas bellt, aber wenn die andere Person dann schon sieht, dass man eben keinen Ausweg hat und einfach stur weitergeht, da könnte ich echt im Viereck springen….

      Liebste Grüße und einen Wuff von Lemmy und Iggy an Alma und an deinen Rottweiler :-)

  3. Meine handvoll Hufeisen sagt

    Liebe Anna,
    Ich kann dich absolut verstehen! Mit etwas mehr Rücksicht wäre doch vieles deutlich einfacher und vor allem für Halter und Tier angenehmer.
    Ich hatte neulich auch so eine „Begegnung“, allerdings war ich mit dem Pferd auf einer breiten geteerten Waldstraße zu Fuß unterwegs. Mein Pferd ist noch jung und kennt zum Beispiel Fahrradfahrer und Fußgänger noch nicht so gut, das wollten wir lernen. Als sich dann aber ohne Vorwarnung ein Inliner-Fahrer mit sehr hoher Geschwindigkeit dicht an uns vorbeigeschoben hat habe ich mich und mein junges Pferd sich noch viel mehr tierisch erschrocken. Das war nicht nur gefährlich für mich, denn das Pferd hätte mich auch problemlos umrennen oder mitschleifen können sondern auch für den Fahrer. Das Pferd hätte nur ärgerlich ausschlagen oder wegspringen müssen und er wäre platt gewesen.
    Sowas habe ich wirklich noch nie erlebt und ich war zutiefst geschockt von solcher Rücksichtslosigkeit.
    Er hätte einfach nur mal Bescheid sagen müssen, nett wäre es natürlich auch gewesen etwas langsamer zu fahren und vielleicht die andere Seite des Weges zu benutzen der ja wirklich nicht gerade schmal war, aber manchmal glaube ich einfach, dass das schon zu viel verlangt ist! Schade eigentlich, denn es könnte doch für alle so viel entspannter und vor allem gefahrloser ablaufen !

    Liebe Grüße von Eva & der handvoll Hufeisen

    • Anna sagt

      Oha, das ist ja super gefährlich. Ich denke bei mir mit den Reitern eben auch immer ans das Pferd, weil ich als Kind mal mitbekommen habe, wie ein Pferd sich das Bein gebrochen hat und dann eingeschläfert werden musste, seitdem sitzt das irgendwie in meinem Hinterkopf und deshalb verstehe ich bei mir auch die Reiter nicht, wieso man so ein Risiko ja irgendwie eingeht. Denn ein Pferd kann sich ja – genauso wie ein Hund – immer mal erschrecken.

      Liebste Grüße
      Anna

  4. Conny sagt

    Puh.Da bin ich aber froh,dass noch jemand so denkt und fühlt.Ich dachte ich bin die einzige auf der Welt.Egal ob Pferd,Hund,Kind,oder Skater-ein bischen Rücksicht steht allen gut.Leider trifft man immer wieder die bewusst Unbewussten, die meinen, alleine auf der Welt zu sein.
    Auch ich gehe,nach einer Beissattacke im letzten Jahr, sehr gerne anderen aus dem Weg.
    Ich hoffe, ein paar Uneinsichtige lesen Deinen schönen Artikel……
    Danke Dir und alles Liebe!!!

  5. Gandalfine sagt

    Ach ja, so viele Leidensgenossen. Am besten finde ich immer die Hundehalter, die einem guten Gewissens versichern wollen „Mein Hund tut nichts“. Die kommen einfach nicht drauf, dass MEIN Hund was tut, wenn sie mit ihrem Tutnix noch näher kommen. Ist ja lieb gemeint und ich verübele es ihnen nicht. Mittlerweile bin ich sehr geübt darin, aus solchen Situationen ruhig und bestimmt noch irgenwie rauszukommen ohne das jemand zu schaden kommt. Aber manchmal denke ich auch, dass manch ein Hundehalter echt sehr blind/unwissend sein muss, wenn er selbst die einfachsten Signale, die ein Hund so aussendet nicht checkt. Sei es bei meinem, der die Ohren anlegt und in Lauerstellung geht oder seinem eigenen, dem es mit seinem hektischem Gehechele und eingezogenem Schwanz auf diesem Volksfest irgendwie nicht so dolle geht. Davon habe ich schon so viele gesehen. Zu warm, zu viele Leute, zu laut, was auch immer – dem Hund gehts echt dreckig und die Halter merken das nicht.

    =)
    Gandalfine

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