Kooperationen, Leben mit Hund
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Interview: Hunde & Futter #Werbung

Dank Purina Pro Plan, durfte ich mit dem Tierarzt Dr. Hesse durchführen.

Ich habe ihm sieben Fragen gestellt, die mich seit ich Hundehalter bin beschäftigen.

Ein ganz großer Dank an Herrn Dr. Hesse, dass er mir so ausführlich weiter geholfen hat und an Purina Pro Plan für die tolle Chance dieses Interview zu führen.

1) Welches Futter ist für meinen Welpen am besten geeignet?
Dr. Hesse: Prinzipiell gibt es verschiedene Wege einen Welpen zu ernähren. Man unterscheidet  bei industriell hergestelltem Futter zwischen Trocken, Feucht- und Halbfeucht- Futter.
Diese unterscheiden sich durch den Wassergehalt, der von ca. 9% im Trockenfutter
bis ca. 80% im Dosenfutter ansteigt. Dosenfutter ist bedingt durch seinen hohen
Fettanteil kalorienreich. Dieser macht diese Futtermittel zudem sehr schmackhaft, was zu einem schnellen Verzehr bzw. Herunterschlingen führen kann. Daher eignet sich Dosenfutter eher für Welpen kleinerer Rassen oder schlecht fressende Welpen. Welpen großwüchsiger Rassen ( >20kg Rasseendgewicht ) nehmen diese Futter häufig zu gierig auf, haben dadurch kein richtiges Sättigungsgefühl und werden anschließend überfüttert. Überfütterung aber kann zu einem zu schnellen Wachstum und Schädigungen der Gelenke (Hüft- oder Ellbogendysplasie) führen. Das derartige Schäden, wie häufig behauptet wird, durch einen zu hohen Eiweißanteil (Protein) verursacht werden ist übrigens falsch.
Futter mit einem hohen Wasseranteil verdirbt nach der Öffnung der Verpackung rasch, d.h. Reste in den Futternäpfen sollten schnell entfernt werden.

Trockenfutter guter Qualität zeichnet sich durch einen hohen Anteil gut verdaulichen Fleisches bzw. Fisches aus. Es ist gut zu dosieren und trägt mit einem gut ausbalancierten Kalzium/Phosphorverhältnis zu einem gesunden Wachstum bei. Prinzipiell sollte eine Überdosierung des Futters besonders bei großwüchsigen Hunderassen vermieden werden, da durch die zu hohe Energiezufuhr Wachstumsschäden verursacht werden können. Auf die Gabe von
Ergänzungsfuttermitteln, Vitaminen und Mineralien sollte verzichtet werden, sondern unbedingt mit einem ernährungskundigen Tierarzt abgesprochen werden.
Für Hunde besonders großwüchsiger Rassen (>35kg) gibt es spezielle Welpenfuttermittel. Bei diesen sind die Futterkroketten in ihrer Größe und Zusammensetzung speziell auf den Bedarf dieser Rassen angepasst worden. Dadurch wird ein adäquates Wachstum begünstigt. Generell sollte bei Trockenfutterfütterung immer ausreichend frisches Wasser zur Verfügung stehen.

2) Was ist die richtige Futtermenge?
Dr. Hesse: Die Futtermenge richtet sich zum einen nach dem Bedarf des Hundes. Dieser wird in erster Linie durch sein Körpergewicht und die Aktivität bestimmt. Ein Hund, der täglich 30-40 km Bewegung hat, benötigt mehr als ein Hund, der den ganzen Tag in der Wohnung ist und nur kurze Spaziergänge tätigt. Auch spielt das Alter eine Rolle: Je älter der Hund, desto
weniger tägliche Energiezufuhr über die Nahrung ist erforderlich. Auch bestimmte Zustände, wie Säugen von Welpen, stärkerer Stress, z.B. bei Hundeausstellungen, erhöhen den Energieverbrauch.
Zum anderen richtet sich die Futtermenge nach der Energiedichte des Futters
(Kalorien oder Joule pro kg Futter). Als Faustregel gilt, dass Sport- und Welpenfutter
einen hohen Energiegehalt aufweisen, Senior- und Light- Futtermittel einen geringen
und Futtermittel für ausgewachsenen Hunde etwa in der Mitte dieser beiden Gruppierungen liegen. Hat man sich nun entsprechend des Aktivitätsniveaus seines Hundes für ein Futtermittel entschieden, so bieten die Hersteller Tabellen mit Richtwerten für die empfohlene, tägliche Futterration an. Diese richtet sich rein nach dem Gewicht des Hundes. Ob die tägliche Menge dann ausreichend ist, überprüft man am besten durch z.B. tasten der „Speckabdeckung“ der Rippen. Diese sollten gut zu fühlen sein, jedoch nicht „zu knochig“ hervorstehen. Es gibt noch weitere Tast- und Fixpunkte, mit welchen man den Ernährungszustand des Hundes bewerten kann. Ein gutes Hilfsmittel ist dabei der Purina Body Condition Score®.

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3) Wieviel Futter sollte ein Welpe bekommen und wie oft?
Dr. Hesse: Grundsätzlich gelten die Zusammenhänge, die unter Punkt 2) beschrieben wurden.
Die Tagesfuttermenge eines Welpen wird allerdings nicht, wie bei einem ausgewachsenen Hund durch sein Gewicht ermittelt, sondern aus einer Beziehung seines momentanen Alters und dem voraussichtlichen, geschätzten Rasseendgewicht. Die Futtermenge wird so von Monat zu Monat angeglichen, der tatsächliche Ernährungszustand mit Hilfe des Purina BCS kontrolliert und die Futtermenge nach oben oder unten reguliert. Entsprechende Tabellen befinden sich auf dem Futtersack oder werden separat (Internet, Broschüre) vom Hersteller
angeboten. Bei jungen Hunden (ca. 8. Lebenswoche) sollte die Tagesration auf 3
Rationen pro Tag verteilt werden. Ab einem Alter von etwa 5 Monaten reicht eine
zweimalige Fütterung. Ab dem 7. Monat kann eine einmalige, tägliche Fütterung
eingeführt werden.
Um Verdauungsprobleme zu vermeiden empfiehlt sich eine feste Fütterungszeit.
Dies kann zudem sehr förderlich bei der Stubenreinheit sein, da dann das
„Häufchen“ i.d.R. auch zu einer festen Zeit gemacht wird.

4) Wann stellt man Welpen auf Erwachsenenfutter (Adult) um?
Dr. Hesse: Hier gibt es keine starren Grenzen. Man sollte einem Welpen oder einem Hund in der Wachstumsphase, entgegen der häufig in Foren kommunizierten Meinung, kein Adult
verabreichen, da es i.d.R. nicht bedarfsgerecht ist. Hunde großwüchsiger Rassen sollten ein speziell für sie konzipiertes Futter erhalten (z. B. Pro Plan large breed).
Dabei ist es wichtig auf die Futtermenge und den Ernährungszustand des Hundes zu
achten, (siehe Punkte 2 u. 3). Adultfutter kann bei falscher Anwendung im
Wachstumsalter zur Energieüberversorgung führen und z.B. eine Panostitis
(Knochenhautentzündung) auslösen.
Wann man von Welpen- oder Juniorfutter auf Adult umstellen sollte, hängt von der
Hunderasse und auch dem Futterkonzept ab. Generell gilt: Kleinere Hunderassen
sind früher „ausgewachsen“ als große Rassen. Hunde bis 15kg Körpergewicht kann
man bereits nach dem 6. Monat umstellen, Hunde von 15-35kg Körpergewicht nach
dem 12. Monat, Rassen von >35kg Körpergewicht sollte man noch bis ca. zum 15.
Monat mit einem für sie geeigneten Produkt ernähren. Manche Hersteller unterscheiden ihr Welpenfutter nochmals in verschiedene Phasen, d.h. man soll innerhalb der ersten Aufzuchtsmonate wiederholt das Futter wechseln. Hierfür fehlt die wissenschaftliche Grundlage und ich halte dies nicht für notwendig.

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5) Was gehört in ein gutes Hundefutter?
Dr. Hesse: Ein gutes Hundefutter ist ein Alleinfuttermittel, d. h. es muss in der täglichen Ration alle Nährstoffe anbieten, die der Körper des Hundes benötigt, um gesund zu bleiben.
Sinnvoll ist es dabei, die Lebensphasen (Wachstum, Erwachsen, Senior) zu berücksichtigen, ferner das Aktivitätsniveau des Hundes („Couchpotatoe“ oder „Sporthund“). Wichtig ist dabei, daß die Rohstoffe gut verdaut werden können. Hier gibt erhebliche Unterschiede. So kann man z.B. bei dem Begriff „Fleisch“ oder „Fleischmehl“ nicht auf die eingesetzte Qualität rückschließen. Der Rohascheanteil des Futters gibt hier einen Hinweis. Liegt dieser über 10%, so lässt sich auf einen hohen Anteil an Knochen rückschließen, welches die Verdaulichkeit des gesamten Futters negativ beeinflusst. D.h. die Prozentangaben, wieviel „Fleisch“ in dem
Produkt ist, sagen leider wenig über den tatsächlichen Nutzen aus. Bei den Kohlehydraten ist es ähnlich. Ob diese nun aus der Kartoffel oder aus dem Weizen stammen, sagt nichts über die Verträglichkeit oder Verdaulichkeit aus.

Wichtiger ist es, welche Anteile des Getreidekornes vermahlen werden, wie die Kartoffel
zubereitet wird u.v.m.. Letztendlich liefern beide Ausgangsprodukte Stärke, die wenn
sie gut aufgeschlossen wurde, vom Hund tadellos verdaut werden kann. Das Thema
Allergie auf Getreide wird in den meisten Foren überbewertet. Wenn Nahrungsmittelallergien beim Hund auftreten, dann in der Regel gegen die Proteinquellen (Huhn, Lamm, usw.). Letztendlich ist damit der Futterkauf eine Vertrauensangelegenheit. Man sollte nachsehen wer produziert das Futter eigentlich, wo kommen die Rohstoffe her, kann der Produzent für die Qualität garantieren (eigene Laboratorien?). Häufig werden Futter auf dem Markt angeboten, hinter denen in erster Linie ein gutes Marketing steht. In welchem Werk und die Herkunft der Rohstoffe erfährt man hingegen meistens nicht. Wer sich sehr genau für die
Hundeernährung interessiert, dem sei das Fachbuch Meyer/Zentek „Die Ernährung
des Hundes“ empfohlen.

6) Sollte mein Hund Tag für Tag das gleiche Futter bekommen oder ist es besser das
Futter öfters abwechseln?
Dr. Hesse: Ist der Hund auf ein gutes Futter eingestellt, so muss es nicht gewechselt werden.
Man erkennt das daran, daß sein Fell voll und glänzend und die Haut gesund ist. (Bei
Hautproblemen und Juckreiz ist häufig nicht das Futter, sondern ein Flohbefall der
Auslöser!). Der Kot sollte eine gute Konsistenz haben, die Muskulatur und die Kondition gut sein. Sind diese Bedingungen erfüllt, so kann ein Futterwechsel „nur zur Abwechslung“ auch kontraproduktiv sein und Probleme wie Durchfall bewirken.
Sollte ein Futterwechsel durchgeführt werden, so empfiehlt es sich diesen allmählich,
d.h. durch Vermischen des neuen Futters mit dem alten für einige Tage
durchzuführen.

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7) Wie kann ich die Zahngesundheit meines Hundes unterstützen und ist Zähne putzen sinnvoll?
Dr. Hesse: Bei Hunden ist Karies ein geringeres Problem als bei Menschen. Ein wichtiges
Problem sind hingegen Zahnbeläge (bakterielle Plaques), die sich zuerst an den
Backenzähnen und später an allen Zähnen ausbildet. Zahnbeläge begünstigen eine
Reaktion mit den im Speichel enthaltenen Mineralien und bilden feste Kristalle
(Zahnstein), die am Zahnhals haften bleiben. Wenn dieser nicht entfernt wird, so
folgen Entzündungen des Zahnfleisches (Parodontose), Lockerungen des Zahnes
und letztendlich Zahnverlust bis hin zu Vereiterungen im Kieferknochen oder der
Nasenhöhle. Neben den Schmerzen, die der Hund bei diesen Erkrankungen erleidet,
können die von der Mundhöhle ausgehenden Verkeimungen auch über den
Blutkreislauf in andere Organe wie Nieren oder Herz gelangen und dort
Schädigungen hervorrufen.
Aus diesen Gründen ist eine Vorbeugung gegen Zahnbelag sehr sinnvoll. Sehr
effektiv ist dabei die Gebisspflege mit einer Zahnbürste und Zahnpasta. Hierzu gibt
es beim Tierarzt spezielle Zahnbürsten (Fingerzahnbürsten, lange und gewinkelte
Zahnbürsten etc.), die für die jeweilige Gebissform angepasst und geeignet sind.
Weiterhin gibt es spezielle Zahnpasten, die mit hundekonformen Geschmack
versehen sind (z.B. „Hühnchen“) und die der Hund auch verschlucken darf. Auf jeden
Fall sollte man den Hund frühzeitig daran gewöhnen, daß Herrchen oder Frauchen
seinen Fang öffnen dürfen und anschließend etwas an den Zähnen manipulieren.
Die Gewöhnung sollte langsam und geduldig erfolgen und stets entsprechend
belohnt werden. Nach einigen Wochen wird sich dann eine gewisse Routine einstellen.
Eine Unterstützung kann auch die Gabe von speziell konzipierten Futtermitteln sein.
Diese haben Krokettenformen, die den Zahn mechanisch reinigen. Manchmal sind
Wirkstoffe, wie Natriumhexametaphosphat zugeführt (auch in Zahnpastas enthalten),
die das Kalzium aus dem Speichel abfangen und dadurch die Bildung von Zahnstein
verringern. Auch die Fütterung von Kauartikeln oder rohen Knochen kann, sofern sie
nicht gleich „verschlungen“ werden, zur Gebissreinigung beitragen.

Interview Antworten©: Dr Karsten Hesse

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