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Der Hund mit Anleitung

Hallo, schön das Sie sich einen Hund gekauft haben. Hier erhalten Sie nun die einzig richtige Anleitung. Sollten Sie diese Anleitung nicht befolgen, so wird ihr Hund ein unerzogenes, aggressives und unsoziales Tier.

  1. Wenn der Hund vor etwas Angst hat, dann ignorieren Sie ihn.
  2. Wenn Sie auf einen fremden Hund treffen, dann gehen Sie geradewegs auf den anderen zu. Jeder Hundefremdkontakt muss funktionieren.
  3. Die Rangstellung zu klären ist das Allerwichtigste. Ein Hund muss zu jemandem aufblicken können. Er muss Sie als Hund wahrnehmen und als Rudeloberhaupt akzeptieren.
  4. …..

So stelle ich mir manchmal die Anleitung vor, die frisch gebackene Hundeeltern mit ihrem neuen Hund mitbekommen. 

Viele glauben leider immer noch, dass es DIE EINE ANLEITUNG für Hunde gibt, dass Hunde alle nach dem gleichen Prinzip funktionieren.

Da frage ich mich dann immer WIESO?
Wieso sollten alle Hunde gleich sein? Haben Hunde kein Recht auf Einzigartigkeit? Haben nur wir Menschen das Recht auf Individualität? Wieso sollte das so sein? Weil wir einen einsatzbereiten Daumen vorweisen können und so Dinge wie die Mikrowelle und den Computer erfunden haben?
Kein Hund funktioniert – Hunde leben – genauso wie Du und ich.

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Es gibt für kein Kind genau DIE eine, einzig und allein richtige Erziehungsmethode, genauso wenig wie es für Hunde DIE richtige Methode gibt.
Es spielt so viel mit. Manche Hunde haben vielleicht wegen ihren Erfahrungen schon Angst oder Hemmungen vor bestimmten Dingen. Andere gehen total unbeschwert an alles heran und wieder andere sind vom Charakter her einfach ängstlicher und der nächste ist der totale „Macker“. Wie kommt man also darauf, dass es für all diese verschiedenen Charaktere DIE eine Methode geben muss?

Hundeerziehung – viele verschiedene Faktoren

Damit man mit seinem eigenen Hund richtig umgehen kann, muss man ihn erst mal kennenlernen. Dann kann man einschätzen, wie man mit seinem Hund „umgehen“ muss und ihn unterstützen kann.

Meiner Meinung nach gibt es auch nicht die eine Methode. Was beim einen Hund super funktioniert, kann der andere Hund als total unangenehm oder sogar bedrohlich empfinden. Damit man seinen Hund allerdings lesen kann, muss man sich mit ihm beschäftigen.

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Der Hund – ein Hobby

Bei dieser Aussage kringelt es mir immer wieder die Fußnägel nach oben – wieso? Ganz einfach. Ein Hobby kann man in die Ecke stellen, man kann es vergessen bzw. schleifen lassen. Das alles macht einem Hobby nichts. Ein Hund ist aber da. Der Hund ist da, wenn man müde und platt von der Arbeit kommt und ein Hund ist da, wenn man am Samstag mit einem mordsmäßigen Kater aufwacht. Der Hund ist bei Regen da und auch bei minus 10 Grad. Einen Hund stellt man nicht in eine Ecke – ein Hund ist ein Lebewesen, dass es verdient hat als solches auch behandelt zu werden und ebenso sich damit auseinander zusetzen. Damit man einen Hund versteht braucht es Zeit, Geduld und Liebe.

Ein Hund ohne Anleitung

Hat man also einen Hund, so kann man noch so viel Wissen sammeln, es wird dich niemals DIE eine Methode anspringen. Du musst herausfinden (vielleicht auch mit Hilfe eines Experten), wie dein Hund „tickt“, was seine Ängste und Stärken sind und wie man ihm helfen /  ihn unterstützen / fördern kann.
Es gibt kein Allheilmittel, aber gerade das macht unsere Hunde doch so faszinierend.

Wäre es nicht langweilig, wenn jeder Hund gleich wäre? Wäre es nicht stupide und traurig, wenn jeder Hund nach Schema F laufen würde?

Ich denke ja. Mit einem Hund entdeckt man neue Seiten. Neue Seiten an sich, an seiner Umwelt und jeden Tag (vielleicht auch nur jeden Monat) neue Seiten an seinem Hund.

Meine Bitte an Dich: Lass dir nicht erzählen, dass es DIE Methode für deinen Hund gibt. Es ist nicht so, dass man dreimal mit den Fingern schnippst und der Hund läuft plötzlich perfekt an der Leine und findet den Nachbarshund nicht mehr total blöde. Es bedarf Arbeit und Training und noch viel mehr Geduld und Verständnis.

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von

Ich bin ein kreativer Chaot, liebe das Schreiben, aber noch mehr die gemeinsame Zeit mit meinen Hunden. Da meine beiden Hunden alles andere als leicht sind - jeder auf seine ganz persönliche Art - wollte ich mit Canistecture einen Ort schaffen an dem ich alle Seiten des Hundehalterlebens zeige. Die Schönen, genauso wie die weniger schönen. Genau diesen Ort habe ich mit Canistecture geschaffen.

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