Kategorien, Leben mit Hund
Kommentare 1

Vertrauen schaffen: Ein Team mit einem Tierschutzhund

Auf einmal ist er da – der Tag an dem dein neuer Begleiter bei dir einziehen wird. Lange hast Du darauf gewartet, wahrscheinlich schon einen Schlafplatz und eine Futterecke hergerichtet. Die ersten Spielzeuge sind auch schon gekauft und warten darauf bespielt zu werden. 

Dann steht er da, dein neuer Partner – Begleiter – Teamkamerad.

Wie schafft man es, dass ein Hund, der schon viele schlimme Erfahrungen gemacht hat, einem vertraut?

Der Traum von fast jedem Mädchens ist es einmal dem Prinz auf dem weißen Ross zu begegnen. Der Traum von jedem Hundehalter ist es ein Team mit seinem Hund zu bilden.

Das ist oftmals leichter gesagt als getan, schließlich haben die meisten Tierschutzhunde eine unglaubliche Vergangenheit hinter sich. Wieso sollte diese kleine Fellnase gerade Dir vertrauen? Genau das musst Du deinem Hund deutlich machen. Dein Hund muss verstehen, wieso es so toll ist, ein Team mit Dir zu bilden. Er muss sehen, dass ein Team ihm etwas bringt.

Hier habe ich einige Tipps wie Du das schaffen kannst:

    • Nehme die Ängste ernst – Vielleicht hat dein Hund Angst vor Mülltonnen oder findet Autos wahnsinnig seltsam. Dann zeige ihm, dass Du auf ihn aufpasst und das es ok ist Angst zu haben, dass Du aber da bist und ihn beschützt. Auf keinen Fall solltest Du deinen Hund dafür bestrafen, dass er seine Angst zeigt.
    • Nicht überfordern – Stell dir vor, man setzt dich in ein Auto, Du weißt nicht wo die Fahrt hingeht und auf einmal bist du in einer komplett anderen Umgebung und kennst niemanden. So geht es deinem Hund. Lass ihn erstmal ankommen, alles erschnüffeln und auch dich und deine Reaktionen kennen lernen. Geb‘ deinem Hund und Dir die nötige Zeit euch kennen zu lernen.
    • Handfütterung – Nicht selten, kennen Tierschutzhunde kaum Berührungen oder haben Probleme Fremde an sich heranzulassen. Hier hat bei mir sehr die Handfütterung geholfen. Dabei merkt der Hund, dass er von Dir sein Fressen bekommt und dadurch baut sich eine Verbindung auf. Ohne Dich würde es nämlich kein Futter geben.
    • Ausflüge – Wenn dein neuer Partner schon etwas länger bei dir wohnt, dann unternehmt doch mal einen gemeinsamen Ausflug und baut dabei noch mehr Vertrauen auf. Zum Beispiel kann man wandern gehen und dein Hund muss dabei zusammen mit Dir arbeiten. Sprich sich von dir führen lassen und auf dich achten.
    • Ruhe – Bei allem was passiert, bleibe ruhig. Es bringt nichts, wenn Du total in Panik gerätst, denn das verunsichert deinen Hund nur noch mehr.
    • Streicheln – Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Körperkontakt die Verbindung stärkt. Setze Dich also zu deinem Hund und massiere ihn. Nehme dir dabei wirklich Zeit und mache es nicht nebenher. Dein Hund wird es dir danken!
    • Klare Kommunikation – Ja Hund können uns lesen, aber dazu müssen wir auch ehrlich sein und dem Hund die Chance geben uns lesen zu dürfen. Also am Besten am Anfang bei langen Haaren einen Zopf tragen, damit die Haare nicht ins Gesicht fallen. Auch darfst Du deinen Hund niemals lieb herlocken, um ihn dann zu „bestrafen“. Das schädigt dem Vertrauen und eurer Beziehung.
    • Lerne deinen Hund zu lesen – Es ist so unglaublich wichtig, dass Du die Signale deines Hundes deuten kannst, denn nur so kannst Du ihn verstehen, seine Angst und eventuelle Aggressionen erkennen.
    • Spielen, Spielen und nochmals Spielen – Einfach nur spielen. Ausgelassen sein, toben, verrückt sein. Alles ist erlaubt, was dir und deinem Hund Spaß macht. Die Hormone, die der Hund beim Spielen freisetzt, stehen dann im Gehirn in genauer Verbindung mit Dir und dem Spaß. Du bedeutest also Spaß und Freude. Was gibt es schöneres?

Glaube mir, es ist verdammt anstrengend, eine wirklich gut Bindung zu einem Hund aufzubauen, vor allem wenn dieser Hund aus dem Tierschutz kommt. Leider sehen viele Menschen es noch so, als MÜSSTE ein Hund eine Verbindung zu „seinem“ Menschen haben. Das ist aber gerade bei Tierschutzhunden nicht so, denn oftmals haben sie alleine – ohne Menschen – auf der Straße überlebt und sehen es daher nicht unbedingt als Notwendigkeit an, einem Menschen zu folgen und ein Team mit ihm zu bilden. Solche Hunde gilt es zu knacken, das lässt sich nur durch viel Zeit, Ruhe und Einfühlungsvermögen.

Lass Dich niemals entmutigen, nur weil es an einem Tag gut klappt und der nächste eine Katastrophe ist, denn auch Hunde haben ihre „schlechten“ Tage.

Du hast noch weitere Ideen, wie man eine Bindung aufbauen kann? Dann schreibe mir doch ein Kommentar – ich freue mich :-)

Verteile ein bisschen Liebe
Kategorie: Kategorien, Leben mit Hund

von

Ich bin ein kreativer Chaot, liebe das Schreiben, aber noch mehr die gemeinsame Zeit mit meinen Hunden. Da meine beiden Hunden alles andere als leicht sind - jeder auf seine ganz persönliche Art - wollte ich mit Canistecture einen Ort schaffen an dem ich alle Seiten des Hundehalterlebens zeige. Die Schönen, genauso wie die weniger schönen. Genau diesen Ort habe ich mit Canistecture geschaffen.

1 Kommentare

  1. Stephanie Bauer sagt

    Hallo,
    ein sehr schöner Beitrag. Ich erlebe es immer wieder wie wichtig es ist diese Dinge zu beachten um gleich zu beginn eine Grundlage für eine gute Beziehung zu legen.
    Oft helfen auch einfache T Touchs und gerade bei Hunden die zu ängstlich sind für ein ausgelassenes Spiel kann das Clickern eine schöne gemeinsame Beschäftigung sein.

    Wenn meine Seite fertig ist würde ich deinen Artikel gerne teilen.
    Liebe Grüße
    Stephanie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich akzeptiere