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Happy Halloween und ein bisschen Sorge

halloween Angsthund Hundeblog Canistecture

Heute ist Halloween. Heute laufen wieder Kinder und auch Erwachsene verkleidet herum. Es soll ein bisschen Schrecken verbreitet werden, aber vor allem soll man Spaß haben. Egal, ob auf einer Party oder auch beim „Süßes oder Saures“ spielen. Mir generell wäre das ja eigentlich egal, müsste ich nicht in ca. 2 Stunden mit den Hunden raus um unseren Abendspaziergang zu absolvieren.

Halloween ein Fest das immer größeren Anklang in Deutschland findet. Mich kann man ja mit so Verkleidungsdingern nicht locken, auch zu Fasching bin ich niemand, der auf Faschingspartys geht und sich verkleidet. Eigentlich würde ich mit der ganzen Sache ja auch gar nicht in Kontakt kommen, wenn da nicht unsere Spaziergänge im Dunklen und somit auch Kontakt zu Geistern, Hexen und sonstigen verkleideten Menschen wären.
Schon tagsüber finden meine zwei Pappnasen verkleidete Menschen eher so semi-gut, ist es dann aber dunkel, dann wird das ganze kritisch. Denn seinem Hund kann man nicht erklären, wieso die Menschen jetzt auf einmal im Dunklen verkleidet herumlaufen und – wenn’s dumm läuft – auch noch Geräusche im Sinne von „Buuuuuh“ und ähnlichem machen. An solchen Tagen verfluche ich es wirklich, dass ich nicht einfach mitten in der Pampa wohne. Das gleiche Spiel hat man ja auch an Silvester und eben auch Fasching. Es sind Tage an denen man als Hundebesitzer – gerade mit einem Angsthund – nicht so locker spazieren gehen kann. Wobei das ja mit einem Angsthund nie ganz so locker ist. Aber durch Menschen, die dann meinen sie müssen lustig sein und vielleicht sogar fremde Menschen erschrecken, wird das ganze eben ziemlich schwierig.
Denn einen Hund zu beruhigen, wenn an einem zwei Gespenster und sonstige Gestalten vorbei laufen und dabei auch noch versuchen einen zu erschrecken, ist fast unmöglich. An diesen Tagen würde ich mir ganz viel Empathie für alle wünschen, die Hundehaltern begegnen. Denn dann würden sie vielleicht sehen, dass es nicht schön ist Hunde zu erschrecken und schon gar nicht lustig.
Gerade an Halloween versucht man ja – zumindest die, die sich nicht als sexy irgendwas verkleiden – so gruselig wie möglich zu sein. Das Gesicht ist verändert oder verhüllt, man schlurft und möchte einfach spooky rüber kommen. Von einem Hund kann so eine Verkleidung schnell als Bedrohung gesehen werden. Natürlich versuche ich Verständnis entgegen zu bringen, denn nicht jeder muss dieses Halloween und ähnliches nicht mögen so wie ich, aber genauso würde ich mir auch das Verständnis von den Menschen wünschen, die mir an solchen Abenden begegnen.
Happy Halloween Hundeblog Canistecture
Wenn man dann spazieren ist, durch die Straßen schlendert und auf einen zum Beispiel eine Horde Kinder zukommt, dann versucht man natürlich sein Möglichstes um seinem Hund zu zeigen, dass man die Situation unter Kontrolle hat. Das geht – zumindest bei mir – so lange gut, bis die Kinder auf uns zu kommen, denn schließlich sind ja bei mir Hunde und Hunde sind süß und lieb. Ja, manchmal sind es sogar die Erwachsenen, die die Kinder zu einem schicken mit Sätzen wie „Ach, schau mal zwei Hunde, geh die doch mal streicheln.„. Und glaubt nicht, dass das aus den Fingern gezogen ist, dass ist mir tatsächlich letztes Halloween passiert.

Happy Halloween mit Angsthund

So wird es also nachher wieder spannend werden, welchen Geistern wir begegnen und wie diese auf uns reagieren. Denn für viele scheint es leider lustig zu sein, wenn an meiner Leine ein Hund hängt, der sich die Seele aus dem Leib bellt, weil er absolute Panik hat. Solche Spaziergänge sind einfach nie schön und leider aber auch nicht wirklich zu vermeiden, denn man muss nun mal raus. Also ich jetzt nicht, aber die Hunde. Und ja auch ein Katzenklo wurde mir schon vorgeschlagen und das tatsächlich von einer anderen Hundehalterin. Da frage ich mich dann wirklich, wo manche leben und wie von manchen Probleme mit Hunden gelöst werden. Denn ein Katzenklo sollte eigentlich nie eine Lösung sein beziehungsweise ein Ersatz für’s Gassi gehen.
Genauso wie an Silvester und Fasching muss man halt auch an Halloween raus und mehr als vorausschauend Gassi gehen, vielleicht nicht unbedingt die hochfrequentierten Strecken laufen, kann man einfach nicht machen. Man ist auf die Empathie der anderen angewiesen.
Ich bin also gespannt auf nachher und hoffe, dass ihr trotz Halloween, Verkleidungen und Co. einen schönen Abendspaziergang vor Euch habt.

Deshalb hier nun meine Anregung für alle Hexen, Geister und Co. heute:
Solltest Du heute einem Hund begegnen, dann geh einfach an ihm vorbei. Tut so als wäre er nicht da und sollt er bellen oder ähnliches, dann ignoriere es und denk einfach daran, dass er sich wahrscheinlich vor dir erschreckt hat.


Zusatz:
Und ich merke ich kämpfe an der richtigen Seite. Wann ich das merke? Immer dann, wenn ich in Facebookgruppen angegangen werde, wenn ich meine Artikel dort teile. So lange ich Dinge lesen muss wie:
[su_quote]Na dann arbeite doch mit deinen Hunden?[/su_quote]
[su_quote]Dann bleib doch mit deinen Hunden drinnen![/su_quote]
[su_quote]Du sagst doch nur, dass deine Hunde geschlagen wurden, damit du die Schuld auf andere schieben kannst.[/su_quote]
So lange es für andere Hundehalter nicht in Ordnung ist, dass ein Hund kommuniziert, sei es durch bellen, knurren, Zähnefletschen und und und, so lange werde ich darauf aufmerksam machen, dass es vollkommen ok ist und nicht sofort heißt, dass ein Hund böse ist.

Und wie soll es für Nicht-Hundehalter ok sein, wenn man von anderen Hundehaltern verurteil wird, weil man einen Hund hat, der kommuniziert? Diese Erkenntnis stimmt mich jedes Mal aufs Neue traurig…

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Kategorie: Gedanken

von

Ich bin ein kreativer Chaot, liebe das Schreiben, aber noch mehr die gemeinsame Zeit mit meinen Hunden. Da meine beiden Hunden alles andere als leicht sind - jeder auf seine ganz persönliche Art - wollte ich mit Canistecture einen Ort schaffen an dem ich alle Seiten des Hundehalterlebens zeige. Die Schönen, genauso wie die weniger schönen. Genau diesen Ort habe ich mit Canistecture geschaffen.

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