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Eine kleine Gute-Nacht-Geschichte für meinen Seelenhund

Gute-Nacht-Geschichten vertreiben die bösen Geister, die einen nicht schlafen lassen und lassen einen sanft in den Schlaf gleiten.
Daher habe ich hier eine Gute-Nacht-Geschichte für Dich und deinen Seelenhund. Lese die Geschichte deinem Hund doch vor und lasst Euch gemeinsam in den Schlaf treiben.
Viel Spaß beim Lesen und eine Gute Nacht.

Es war einmal ein kleiner Seelenhund.
Der kleine Seelenhund lebte in einem großen Land. In diesem Land mochten die Menschen keine Hunde. Der kleine Hund wusste nicht wieso, er wusste nur, dass er hier weg wollte. Weg von alledem. Er hatte das Gefühl, dass es irgendwo Zweibeiner gab, die auf ihn warteten. So plante er seine Reise.
Er verabschiedete sich bei seinen Freunden und erzählte ihnen von seinem Plan. Viele lachten ihn aus und sagten, dass es so etwas wie nette Zweibeiner nicht gibt, andere wünschten ihm viel Glück.
Eines Abends, er lag schon gut versteckt in seinem Bett, hatte er ein Gefühl. Er wusste er musste jetzt los. So zog er los, durch das große Land immer weiter und weiter.
Es war Mitte August und daher eine angenehme Nacht.
Irgendwann kam er an einem Zaun an. Der Zaun war hoch und lang und dahinter sah er viele andere Hunde. Er setzte sich also vor den Zaun und wartete.
Auf was?
Das wusste er nicht, aber es sah hier gut und sicher aus.
So kam es, dass ihn eine junge Frau sah und mit hinter den Zaun nahm. Er war schon ganz abgemagert und bekam daher erst einmal eine ordentliche Portion Futter.
So lebte er dort Tag ein Tag aus. Es war schön dort, aber er wusste er war ein Seelenhund und brauchte daher seine Menschen.
Er fraß und spielte dort. Es wurde November und auf einmal war dieser Tag gekommen.
Er wurde in einen Transporter gepackt und man sagte Tschüss.
Wieso Tschüss?
Er komme an einen besseren Ort sagte die junge Frau, drückte ihn nochmal kurz und gab ihm einen Kuss auf das braun schimmernde Fell.
Die Fahrt dauerte lange. Sehr, sehr, sehr lange.
Irgendwann hielt der Transporter an und der kleine Seelenhund, der schon größer geworden war, durfte Aussteigen.
Es war verdammt kalt und dunkel. Wo war er nur?
Eine ältere Frau mit einem schönen Lächeln auf dem Mund kam auf ihn zu, ging in die Hocke und begrüßte ihn ganz sanft.
Hier möchte ich bleiben dachte sich der junge Seelenhund.
An den darauffolgenden Tagen, lernte er viele andere Hunde kennen. Sie erzählten ihm, dass er jetzt in Deutschland sei und bald Menschen vorbei kommen und ihm ein richtiges Zuhause schenken würden.
Ein richtiges Zuhause?
Was ist das wollte er wissen.
Das konnte ihm keiner der anderen Hunde beantworten, denn sie kannten es bisher auch noch nicht. Aber sie hatten davon gehört. Jeder einzelne von ihnen wollte ein Seelenhund sein und war daher auf der Suche nach seinen Zweibeinern.
Und so kam es, dass der junge Hund Besuch bekam. Von großen, kleinen, dicken und dünnen Menschen. Doch alle machten ihm Angst. Er versteckte sich in der hintersten Ecke und wurde immer öfter übersehen.
Es vergingen Tage und Wochen, mittlerweile war Januar, bis er auf einmal vertraute Stimmen hörte.
Nein, er kannte sie nicht, aber er mochte sie auf anhieb und wollte sehen, wer da kam.
Da standen sie vor ihm. Ein junger Mann mit einer Jeans und einer Jacke und eine junge Frau mit braunen, langen Haaren und einer Brille auf der Nase.
Er mochte sie. Wieso?
Konnte er nicht sagen.
Anscheinend mochten sie ihn auch, denn er durfte mit ihnen gemeinsam raus und die Felder erkunden.
Ein bisschen Angst machte ihm der junge Mann schon.
Er war so groß und der kleine Hund hatte schließlich keine guten Erfahrungen mit Zweibeinern gemacht.
Er wurde von ihnen geschlagen. So fest und lange, dass seine rechte hintere Pfote kaputt war.
Das war auch ein Grund, warum viele Zweibeiner ihn bisher nicht mit nach Hause nehmen wollten.
Nachdem Gassi durfte er sogar mit den Zweibeinern noch kuscheln und er hatte schon ein Gefühl des Zuhauses. Doch dann passierte es. Sie sagten Tschüss.
Oh nein. Er hatte etwas falsch gemacht, er war nicht ihr Seelenhund.
Sie gingen.
Er wollte weinen und jaulen und er wollte vor allem eines.
Er wollte mit. Mit diesen zwei Zweibeinern. Egal wohin.
Die Tage vergingen und es wurde Februar.
Da hörte er sie wieder, die vertrauten Stimmen. Sie waren zurück gekommen!
Da standen sie. Die zwei. Seine zwei Seelenmenschen.
Die Tür von seinem Käfig wurde aufgesperrt und er stürmte hinaus. Mitten in die Arme des jungen Mannes.
Ja das ist Zuhause!

Seit diesem Tag erkunden sie gemeinsam die Welt und er ist ein Seelenhund mit zwei eigenen Menschen.

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Gute Nacht meine zwei Seelenhunde, ihr macht für mich die Welt zu einem besseren und schöneren Ort.

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von

Ich bin ein kreativer Chaot, liebe das Schreiben, aber noch mehr die gemeinsame Zeit mit meinen Hunden. Da meine beiden Hunden alles andere als leicht sind - jeder auf seine ganz persönliche Art - wollte ich mit Canistecture einen Ort schaffen an dem ich alle Seiten des Hundehalterlebens zeige. Die Schönen, genauso wie die weniger schönen. Genau diesen Ort habe ich mit Canistecture geschaffen.

5 Kommentare

  1. Anna Meißner sagt

    Liebe Anna,
    so schön! Vielen Dank für diese Gute-Nacht-Geschichte. Die ging direkt ins Hunde-Herz <3
    Schlaf gut :-)

    Anna*

  2. moe8me sagt

    Was für eine zauberhafte Geschichte. Ich habe Tränen in den Augen. <3 Wie schön, dass du deine 2 Seelenhunde gefunden hast, ich bin auch jeden Tag dankbar für mein wuscheliges Herz auf 4 Beinen.

    Liebe Grüße!
    Nicole

  3. Rebecca & Molly sagt

    So eine rührende, schöne Geschichte! Schön, dass ihr eurem Seelenhund so ein tolles Zuhause ermöglicht habt!

    Liebe Grüße Rebecca mit Molly

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