Diagnose: Arthrose beim Hund

Es fing an mit einem leichten Humpeln. Das Humpeln ging und kam und ging und kam. Es wurde schlimmer.
Also ging es zum Arzt und da haben wir die Diagnose bekommen. Der Grund für das Humpeln und Hopsen. Der Auslöser von Schmerz. Lemmy hat Arthrose in seinem hinterem rechten Fuß.

Der Fuß, der schon lange Zeit kaputt ist, da er ihm noch in Rumänien gebrochen wurde. Er ist nie richtig zusammen gewachsen und so war Lemmy schon immer unser kleiner Klumpfuß.
Uns war schon immer klar, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, in dem Arthrose oder etwas in die Richtung bei Lemmy festgestellt wird, eben wegen seiner Vorgeschichte oder auch Vorverletzung.
Es wurde uns schon mitgeteilt, noch bevor Lemmy zu uns kam. Wir wurden aufgeklärt und vorgewarnt, dass es im Alter zu Problemen kommen kann.
Im Alter, dass klang immer so weit weg. Weit genug um es nicht an einen ranzulassen. Irgendwo in den Hirnwindung versenkt, lag diese kleine Prophezeiung. Sie lag da und wir hätten nun wirklich noch nicht daran gelaubt, dass jetzt schon das Alter ist.

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Das Alter in dem bei Lemmy eine Arthrose diagnostiziert wird.


Was ist Arthrose?

Die Arthrose („Arthrosis deformans“) ist beim Hund eine sehr häufige altersbedingte Krankheit. Sie bezeichnet den Abbau eines Gelenkknorpels, der das Maß des normalen, altersbedingten Abbaus überschreitet. Dieser Knorpelverschleiß führt dann zu einer Zerstörung der Gelenkflächen und Deformierung der Gelenke. Durch diese Deformierung ist eine normale Belastung des Gelenkes nicht mehr möglich, dies führt zu Schmerzen und Fehlbelastungen. Gründe für eine Arthroseerkrankung können ganz vielfältig und unterschiedlich sein. So können als Auslöser zum Beispiel akute Traumata wie Zerrungen oder auch Prellungen genannt werden, aber auch die altersbedingte Veränderung der Gelenke, denn genauso wie wir Menschen, werden auch die Hunde immer älter und haben somit immer häufiger altersbedingte Erkrankungen.
Die Arthrose zählt zu den degenerativen Erkrankungen. Das heißt, eine Arthrose ist eine dauerhafte, sich nicht zurückbildende, Krankheit. Zwei Arten von Arthrose sind bekannt. Einmal die primäre Arthrose, sie tritt auf ohne das es eine Vorerkrankung des Gelenkes gegeben hat. Dann gibt es noch die sekundäre Form der Arthrose. Hierbei entsteht eine Arthrose als Folgeerkrankung in einem schon geschädigten oder erkrankten Gelenk.
Bei dem Verdacht auf eine Arthrose sollte man schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen, um eine erfolgreiche und gezielte Behandlung in die Wege zu leiten.
Die Behandlung der Arthrose ist ganz vielfältig und besteht aus unterschiedlichen Bausteinen.

Lemmy-gefrorenes-Gras

Die Behandlung von Arthrose

Gewichtsreduktion

Bei Hunden mit Arthrose ist jedes Kilogramm Übergewicht zu viel, denn es ist eine weitere Belastung der Gelenke und führt somit zu mehr Schmerzen und einem weiteren Gelenkverschleiß.

Belastungsanpassung

Deutliche Überbelastungen sollten bei Hunden mit Arthrose vermieden werden. Dazu zählen neben Sprüngen und plötzlichen Richtungswechseln auch andere stoßartige Bewegungen / Belastungen.
Durch solche Arten der Belastungen kommt es zu einem beschleunigten „Gelenkverschleiß“.
Dagegen sind Bewegungen wie Schwimmen oder das Laufen auf weichem Untergrund sind günstig für arthroseerkrankte Gelenke.

Physiotherapie

Ein gut ausgebildeter Tierphysiotherapeut kann mit physiotherapeutische Maßnahmen zu einer Verringerung der Symptomatik verhelfen. Durch regelmäßige passive und aktive Bewegungsübungen kann man der bevorstehenden Einschränkung des Bewegungsradius entgegen wirken.

Schmerzmedikation

Bei deutlichen Schmerzen sollte man (in Absprache mit dem Tierarzt!!!) auf schmerzlindernde Medikamente zurückgreifen. Hierbei sollte eine möglichst kurze Anwendung angestrebt werden. Cortisonhaltige Präparate sollten vermieden werden, da diese zu schweren Nebenwirkungen führen können.
Eine Schmerzmedikation sollte immer in Kombination mit der Ruhighaltung des Hundes erfolgen.

Alternativmedizin

Schnell trifft man auf der Suche nach Behandlungsmethoden auf alternativmedizinische Verfahren, wie zum Beispiel Homöopathie, Goldakupunktur oder ähnliches. Leider gibt es über die Wirksamkeit solcher Verfahren noch keine Studien, die hoch wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht werden.


Lemmy-im-Gras

Wie geht es bei uns weiter

Für die nächste Woche heißt es bei uns erstmal Schmerztabletten, danach geht es nochmal zum Arzt um die weitere Therapie zu besprechen. Ich werde mich auf jeden Fall auch ihm alternativmedizinischen Bereich umhören und auch einen Tierphysiotherapeuten aufsuchen. Natürlich wirst Du hier auf dem Laufenden gehalten.

Es würde mich übrigens sehr freuen, wenn sich andere Hundebesitzer melden, deren Hunde auch eine Arthroseerkrankung haben.

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12 Comment

  1. Hallo ihr 2 🙂
    Ich habe auch einen Cocker mit HD und Spondylose!
    Wir mussten glücklicherweise noch nie mit Schmerzmitteln arbeiten!
    Ich kriege es ziemlich gut mit Akupunktur und Blutegeln in den Griff! Das sind übrigens auch 2 Methoden, die ich Euch ganz doll ans Herz legen möchte! Wenn nichts dagegen spricht (Kontraindikationen) würde ich das allen Schmerzmedis vorziehen, da die doch sehr auf den Magen, Leber und Niere schlagen können!
    Sucht Euch einen guten THP und/oder Hundephysio und dann ist das alles in guten Händen 🙂
    Ich weiß nun wofür ich 4 Jahre lang meine Zusatzausbildung zum THP und Hundephysio gemacht habe 😉 Nur alleine um Ren jetzt helfen zu können! Dafür hat sich der Aufwand echt schon gelohnt 🙂

    Wir drücken Euch Daumen und Pfoten dass ihr bald in guten Händen und schmerzfrei seid!

    Viele liebe Grüße
    Steffi mit Ren & Stimpy

    1. Anna says: Antworten

      Danke für die Tipps!
      Die Schmerzmittel sind nur für eine Woche. Danach wollen wir eben den Schmerzmitteln so weit wie möglich aus dem Weg gehen, eben genau aus den Gründen, die du genannt hast 🙂
      Muss gleich mal mich umhören, welche THP bei mir in der Gegend gut sind und dann hoffe ich, dass Lemmy das nicht zu viel Stress verursacht, denn das schlägt bei ihm sofort auf den Magen.

      Danke nochmal für die schnellen Tipps 🙂 <3

      Liebste Grüße
      Anna, Lemmy & Iggy

  2. Auch wir können euch Akupunktur sehr an’s Herz legen. Lilly hat zwar zum Glück [noch] keine Arthrose *toitoitoi* aber eben einen Kapselriss in einer der Vorderpfotenzehen. Seit wir Lilly akupunktieren lassen, kommt sie viel, viel besser damit zurecht. Und auch wir wären vorsichtig mit sehr starken Schmerzmitteln, da diese langfristig die anderen Organe schädigen können. Ich möchte dir keine Angst machen und ich weiß, dass du dich sicherlich bereits bestens informiert hast. Zudem kannst du viel besser einschätzen, wie schwerwiegend die Schmerzen sind und wenn Lemmy diese nur mit Schmerzmitteln aushalten kann, dann ist das eben so. Da solltest du dir von niemandem reinreden lassen. Ich weiß auch nicht, wie schwer der Grad der Arthrose bei Lemmy ist aber bei Lilly haben wir sehr gute Erfahrungen mit Zeel Tabletten gemacht.

    Wir wünschen euch alles Gute!

    Liebste Grüße

    1. Anna says: Antworten

      Die Tabletten sind jetzt nur für eine Woche, danach hoffentlich ohne.
      Die Zeel Tabletten google ich gleich mal!
      Hoffe, dass bei Euch lange nichts ansteht!
      Zwecks Akupunktur werde ich mich umgehend erkundigen 🙂

      Danke für die Tipps <3

  3. Sicher sind die Schmerzmittel gut, um erstmal eine akute Phase zu überstehen, aber wenn der Hund noch relativ jung ist, würde ich mich auch nach Alternativen umsehen, denn auf lange Sicht belasten die Schmerzmittel die anderen Organe. Physiotherapie ist sicherlich mal ein guter Ansatz…

    Viel Erfolg

    Andrea mit Linda

    1. Anna says: Antworten

      Jup genau das ist auch mein Vorgehen 🙂 Beziehungsweise wird mein Vorgehen sein 🙂 Ich hoffe nur, dass es bei mir in der gegen gute THP und Physiotherapeuten gibt 🙂

      Liebe Grüße 🙂

  4. Bei uns hatte Dingo (wirklich erst in hohem Alter) und Laika (leider schon viel jünger) Arthrose. Bei Dingo haben wir mit immer stärker werdenden Schmerzmitteln gearbeitet – aber er war damals schon fast 14 Jahre alt, da war uns eine schmerzfreie Zeit wichtiger, als ev. Organe zu schonen.
    Bei Laika sah es anders aus, da haben wir verschiedenen Schmerzmittel und entzündungshemmende Mittel ausprobiert und versucht mit viel Natur zu helfen, denn sie war noch keine fünf Jahre alt, als es anfing. Für uns war aber immer ihre Schmerzfreiheit wichtiger als alles andere … daher hatten wir immer die Tabletten in greifbarer Nähe. Ich muss aber sagen, bei trockenem Wetter sind wir mit Physiotherapie und alternativen Therapien auch so gut ausgekommen … nur bei Regen und Wetterwechseln hatten wir keine Wahl.

    Ich wünsche euch einen guten Physiotherapeuten und lange schmerzfreie Zeiten.
    Liebe Grüße,

    Isabella mit Damon und Cara

  5. Samba (Rottweiler) begannt mit den ersten Anzeichen im Alter von 7 jahren nach einem Kapselriss der Vorderpfote. Nach einem halben Jahr Grünlippmuschelgabe ins Futter sowie Schüsslersalzen war es plötzlich weg. 2 Jahre hatte sie keinerlei Symptome. Dennoch achteten wir darauf dass sie abnahm (auf Anraten des TA) – jetzt schaut sie aus wie abgemagert- aber so soll es lt TA sein. Sprints und Sprünge verhindern wir seitdem auch immer. Jetzt vor 3 Monat hat sie nun wieder einen Rückschritt gemacht nachdem sie in ein Erdloch gefallen ist. 6 Wochen war nun das Laufen kaum noch möglich. Beim Röntgen sah man die stark fortgeschrittene Arthrose. Da half nur noch Schmerzmittel und Schohnen. Seit nun 1 Monat läuft sie wieder gemütlich auf den Gassirunden mit ohne rennen und spielen, sie selber merkt schon dass es ihr besser tut keine Spurts hinzulegen. In laufe der Zeit haben sich auch schon „Plattfüße“ gebildet. Scheinen sie aber soweit nicht weiter zu belasten. Da jetzt die Gelenke nach den Sturz endlich abgeschwollen sind können wir nun mit Physio anfangen. Die Grünlippmuschelextrakte bekommt sie nun kontinuierlich ins Futter. Muss allerdings sagen dafür dass sie die Arthrose schon seit fast 4 Jahren begleitet (jetzt ist sie 10,5 Jahre alt) läuft sie noch gut auch längere Strecken mit und hat noch Spass am Gassi und Wanderungen.

  6. Monika says: Antworten

    Wir laborieren auch schon seit ein paar Monaten an Ellbogendysplasie und eventuell beginnender Arthrose herum . Mein Labrador (5 Jahre) wurde einer Stammzellentherapie unterzogen … die ersten Wochen danach ging es ihm viel besser – jetzt humpelt er wieder stärker. Bin auch schon recht verzweifelt und werde eine zweite Meinung einholen – von einer homöopathischen Tierärztin. Mag ihn auch nicht mit Schmerzmitteln vollpumpen. Teufelskralle bekommt er auch schon seit Monaten .. aber wie gesagt, er hinkt trotz aller Bemühungen noch immer 🙁

    Liebe Grüße
    Monika

  7. Falls Lemmy doch (vielleicht auch erst in ein paar Jahren) auf Schmerzmittel angewiesen sein sollte, empfiehlt es sich, verschiedene Medikamente auszuprobieren. Es gibt inzwischen so viele Präparate mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen, man findet eigentlich immer eins, das schon in sehr niedriger Dosierung hilft!
    Viel Glück 🍀

  8. Oh man, das tut uns leid mit der Arthrose. Meiner Freundin ihre Hündin hat dies auch bekommen – altersbedingt –
    Die sind jedoch mit einer Physiotherapeutin und Heilpraktikerin befreundet. dh. der Hund darf oft in die Physiotherapie und bekommt von der Heilpraktikerin Akupunktur. Das hat bis jetzt super geholfen und das könnte ich euch empfehlen, zusätzlich zu den Schmerzmitteln dazu. Meine Freundin hat es so in den Griff bekommen.
    Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und Glück 🙂
    Allerliebste Grüße
    Lisa & Finn

  9. Oh man, Arthrose ist weder bei Mensch, nich bei Tier etwas, das schön ist. Unser Familienhundesenior hat auch Arthrose, zusammen mit seinem Rudelführer, meinem Paps.
    Derletzt haben wir auf der Messe Zusatzfutter gesehen, dass so, die gleiche Wirkung haben wie die Schmerztabletten, aber natürlich sein. Ich muss mal den Namen raus suchen, viel,eicht kennt e sja jeman dund kann mir dann sagen, ob das stimmt. Dieses Jahr hatte unser Hundi mal keine Lust mehr auf lange im Garten sein, mit Herrchen, und hat nicht gewartet bis es heim ging, sondern sich selbst auf den Weg gemacht. Das war ein Schock als Paps anrief und sagte ihm wäre unser Charly abgehauen..

    Liebe Grüße
    Babs

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